Kunst der Kneipe, Kneipe der Kunst:

Der langj√§hrige Wirt des “Gregor Samsa”, Peter Hoyer, hat in der Nord- stadt seine “Gregor Galerie” er√∂ffnet.

Pressbericht in der N√ľrnberger Zeitung vom 21.12.2015

Der besseren Lesbarkeit im Internet wurde lediglich das Layout angepasst und der Text im Original abgeschrieben. Die Urheberrechte des Textes liegen bei Christian M√ľckl und f√ľr das Bild bei G√ľnter Distler.

   Eine Galerie ist keine Kneipe, ist kein Obstgesch√§ft, ist keine Metzgerei. Dennoch steckt in der neuen “Gregor Galerie” von allem etwas drin. Im holzvert√§felten Schaufensterraum an der Pirckheimerstra√üe 129 lagen zuletzt √Ąpfel, Gurken, Salate zum Verkauf - 13 Jahre lang war’s ein Gem√ľsegesch√§ft.
   Im
weiß gekachelten Hinterraum wiederum hängen noch Ketten und ein Ofen ist eingemauert - 30 Jahre lang beherbergte das Erdgeschoss davor eine Metzgerei.
   Mehr als vier Jahrzehnte wiederum war Peter Hoyer Wirt. Seine K√ľnstlerkneipe “Gregor Samsa” liegt gleich um die Ecke in der M√∂rlgasse, sein Sohn Marcel betreibt sie erfolgreich weiter. Als der Vater im M√§rz diesen Jahres den Gulasch-Sch√∂pfl√∂ffel an den Nagel h√§ngte, musste der Sohn die Kunstwerke allerdings austauschen, denn Peter Hoyer nahm seine Bildersammlung mit.

Kunstvolle Speisekarte

   Nun packt er sie in der Galerie wieder aus. Und noch mehr. kommt zum Beispiel ein Kunst-Verkauf zustande, so steckt der 68- J√§hrige dem Kunden schon mal eine handgeschriebene Speise- Karte der fr√ľheren Jahrg√§nge dazu. “Hoyerisch-japanische Kalligraphie”, sagt er. M√∂chte so mancher Gast auch beim Entziffern verzweifeln, die Gulaschkarte war ein Manifest.
   Weil Peter Hoyer als Wirt die b√∂hmische Tradition der “Bier- Rente” pflegte - ein eingefleischter Kern “gregorianischer” K√ľnstler zahlte mit Bildern oder Musik -, kam in vier Jahrzenten eine stattliche Ansammlung an Wunderwerken zusammen, √úber den genauen Umfang schweigt der Galerist sich aus.  

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Hier gibt’s stadtbekannte Kunst
Peter Hoyer, der ehemalige Wirt des Gregor Samsa, hat eine Galerie eröffnet

  Die Namen indessen sind stadtbekannt: Gem√§lde von Peter Angermann, Harri Schemm, Dan Reeder oder Peter Hammer machten im Nachtlokal die N√§chte bunt bis unter die Decke. Und Peter Hoyers Sammlung markant - voll expressiver, pornonaher, satirischer Malerei, die das Abenteuer im Alltag suchte auf jeden Fall der Kneipe zugetan war. Denn wer nicht so malte, wie der Wirt es wollte, blieb durstig.
   Rund 40 Bilder passen in die Galerie, die der B√∂hme im rustikalen Stilmix zwischen H√ľtte und Wohnzimmer mit Gartenb√§nken aus Holz, Fellen darauf und einer massiven Vitrine dahinter eingerichtet hat. Dazwischen stehen Skulpturen aus Baumst√§mmen, vom Galeristen bemalt: F√ľr ihn sind es Waldgeister seiner Heimat.
   In den R√§umen will Peter Hoyer fortan die K√ľnstler seiner fr√ľheren Kneipe pr√§sentieren, dazwischen j√ľngere Position aus Tschechien und Deutschland vorstellen. Den Anfang macht ein Klassiker, Werke von Peter Hammer als einem “Gregorianer der ersten Stunde” sind zu sehen, das mechanisch betriebene Skeltt-Uhren-Bild “Der Tod und das M√§dchen” ist darunter.
   Dass Hammer, Jahrgang 1940, neben Bildern und Hanwerklichem auch Musik macht, passt: “Wir k√∂nnen tanzen - wie in der Kneipe”, freut sich sein Namensvetter.
   Wird Peter Hoyer wehm√ľtig, wenn er an sein Wirtshaus denkt? “Ich vermisse nicht die Arbeit, aber die Kneipe war meine Identit√§t.”

Info:
Ausstellung “Peter Hammer - Gregorianer der ersten Stunde”. Bis 11. Januar, Gregor Galerie, Pirckheimerstra√üe 129; Di.-Sa. 16 bis 20 Uhr, So. 13 bis 20 Uhr.

Gregor Galerie

Kunst

Pirckheimerstraße 129

90409 N√ľrnberg

Deutschland

 

Tel.: 0911/357618

E-Mail: info@gregor-galerie.de

Neue √Ėffnungszeiten:
Mittwoch bis Samstag 17-21 Uhr